Biografie

1984 in Karl-Marx-Stadt (jetzt Chemnitz), der ehemaligen DDR, geboren. 1994 Besuch des humanistischen Gymnasiums „Hohe Straße“ (jetzt Karl-Schmidt-Rottluff Gymnasium). 2003, nach Abitur und absolviertem Zivildienst auf der gastroenterologischen und Dialyse-Station im Klinikum Chemnitz, Beginn des Studiums der Wirtschaftsmathematik an der TU-Chemnitz. 2004 Abbruch und Wechsel zum Studiengang Maschinenbau. Anfang 2006 erneuter Abbruch und kurze Rückkehr ins Klinikum Chemnitz als Pflegehelfer im Herzkatheterlabor. Kündigung im April 2006, daraufhin arbeitlos.
Es folgten das Schreiben von Kurzgeschichten und die Lust zu filmen. Von August 2006 bis Februar 2007 erste Filme zusammen mit Frank Schubert im Rahmen des SAEK (sächsischer Ausbildungs- und Erprobungskanal). Parallel dazu innerhalb der Chemnitzer Kunstfabrik als 1-Euro-Jobber tätig. Auch dort filmische Arbeiten und Umgang mit jugendlichen und erwachsenen Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung. Anschließend bis September 2008 weitere Filme innerhalb der Chemnitzer Filmwerkstatt e.V.. Inhaltlich und formell orientieren sich die von 2006-2008 entstandenen Filme am Horror- und Trashfilm/B-Movie. Neben diesen fiktionalen Arbeiten, aber auch erste dokumentarische und essayistische Versuche.
Von Oktober 2008 bis März 2014 Studium der Film- und Fernsehregie an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“, Potsdam Babelsberg. Innerhalb des Studiums Orientierung hin zur dokumentarischen Form. Mit Fokus auf der Darstellbarkeit diverser, sexueller Praktiken. Themen sind Zoophilie, BDSM und Sklavenrollenspiel.
Nach Beendigung des Studiums Fortsetzung der filmischen Auseinandersetzung anhand mehrerer kurzer und mittellanger Filme zu den Themen Knastrollenspiel, Ageplay/Adultbabys und Kannibalismus. Seit 2015 vermehrt Tätigkeit als Editor und dramaturgische Berater. Von 2017 bis Oktober 2019 ausschließlich dahingehend tätig gewesen.
Seit November 2019 Wiederaufnahme der filmischen Beschäftigung mit Neugier, Sex und Körper in Form einer Reihe kurzer Filme im Spannungsfeld von Dokumentarfilm und Pornografie.

„Jan Soldat zeigt“
von Dennis Vetter, Filmkritiker (für AG Kurzfilm/www.shortfilm.de), Mai 2016

Susan Sontag sprach einmal vom „Betrachten“, als sie über das abgebildete Leid in der Welt schrieb. In „Das Leiden anderer betrachten“ thematisiert sie Reaktionen auf Bilder, auf die Verantwortlichkeit während des Sehens und philosophische Positionen auf einer realpolitischen Landkarte. Denn wir sind alle auch Teil dessen, was wir betrachten. Etwas oder jemanden betrachten, das ist ein Begriff, der Sehen und Verstehen unmittelbar miteinander in Beziehung setzt. Etwas oder jemanden zeigen, das ist ein ähnlich interessanter Begriff. „Jan Soldat zeigt“ hat sich über das nun zehnjährige Wirken eines Filmemachers hin zu einer wiederkehrenden Einladung kristallisiert. Jan Soldat zeigt, wie es sich anfühlt, aufmerksam hinzusehen, auf eine bestimmte Art und Weise zu sehen, über Kategorien hinweg Menschen ihre Menschlichkeit anzusehen.

Jan Soldats Filme verhandeln das unfertige Wahrheitsversprechen des fotografischen Bilds an gelebten Realitäten und in der Besonderheit von Einzelfällen und Charakteren: Was wir nicht sehen, können wir nur schwerlich erkennen. Und was wir erkennen, das ist bereits in sich eine Wahrheit. Eine Wahrheit von vielen. Deshalb ist ein Gespräch mit Jan Soldat eine schöne Erfahrung: ein gemeinsames, tastendes Erkennen, Fragen und miteinander neugierig sein. Ein sich Verhalten zu einem Menschen, der einen unverstellten Blick offenbart. Miteinander. Neugierig. Sein. Das sind zweifellos Eckpunkte seiner dokumentarischen Arbeiten, die in den letzten Jahren zum besonders sichtbaren Schwerpunkt seines Wirkens wurden. Über rund 40 Kurzspielfilme und Dokumentarfilme hinweg hat sich der Filmemacher immer deutlicher fokussiert, immer klarer fotografiert und montiert. Statische Kadrierungen des Bilds sind schon früh ein wichtiger Teil von Jan Soldats Arrangements, provozieren einen Gestus des konzentrierten Sehens und sind zweifelsohne zu einem Erkennungsmerkmal geworden. Das fiktionale Inszenieren rückt dabei nach und nach zunehmend in den Hintergrund. Und doch fühlen sich alle Spuren in Jan Soldats Arbeiten komplementär an, markieren Etappen einer Reise, Annäherungen an einen Modus.

Für die Filmwerkstatt in Chemnitz entstanden ab 2006 zwei Filme um den kauzigen Kommissar Kresch, der sich mit wenig brisanten Fällen um den „Fuchs vom Posthof“ (2007) sowie „Das zerplatzte Zirkuspferd“ (2007) auf äußerst unverbindliche Art und Weise auseinandersetzt. Er redet viel, während im Grunde wenig passiert. Und doch lauert irgendwo das Verbrechen. Man fühlt sich durch Soldats damaligen Hauptdarsteller Peter Hungar nicht selten an Helge Schneider erinnert. Es darf gelacht werden, auch wenn die Kulisse trist scheint. Hungar kehrt nach seinen Einsätzen als Kommissar bald wieder, wenn er in KEIN DEUTSCHMEHRLAND (2008) eine Hitler-Persiflage gibt. Schon hier scheint sich Jan Soldats geskriptetes Inszenieren mit einem dokumentarischen Gestus sehr wohl zu fühlen. Alles wirkt wie aus dem Alltag gegriffen: Ein zurückgezogener Diktator wird auf seine alten Tage hin in seiner Chemnitzer Zweizimmerwohnung beobachtet während er etwas kauzig übers Kochen und die üblichen Sorgen spricht. Der Film inszeniert die Begegnung als sperriges Gespräch mit dem Regisseur. Man hat es eben nicht immer einfach bei Interviews. Der direkte Dialog mit Protagonisten aus dem Off wird zu einem wiederkehrenden Motiv einer selbstbewussten dokumentarischen Form werden.

Neben humoristischen Spitzen finden sich in vielen frühen Filmen von Jan Soldat Eindrücke von Grenzüberschreitung, Strenge und Wut, wiederkehrende Momente von Isolation, Unsicherheit und Angst. Menschen sind unfähig, miteinander zu sprechen (VERBALTRANSFER), verletzen sich, übergeben sich (SANDWEG 80, 2008), bringen sich oder einander um (RUNTER / GESCHWISTERLIEBE, beide 2007). Bei 3 (2007) brät sich Regisseur gemütlich ein Gehirn. Sex und Körperlichkeit sind oftmals zentrale Motive und verschränkt mit den Befindlichkeiten voneinander entfremdeter Charaktere (MUTTER, 2009). Jan Soldat versucht sich an Regie, Drehbuch, Kamera, Ton, Schnitt und Produktion. Eine Vielfältigkeit, die seine spätere Arbeitsweise wesentlich prägen wird. In einem frühen Monolog setzt er sich auch selbst der Kamera aus und gibt einen jungen Filmemacher und dessen Unsicherheiten (WAHRSCHEINLICH, VIELLEICHT AUCH NICHT, 2008).

2008 beginnt Jan Soldat ein Studium an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF (ehemals Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ Potsdam-Babelsberg). Dort entsteht mit REIN/RAUS (2010) ein erster Film, der Sex explizit zeigt und an einer undefinierbaren Schnittstelle von Fiktion und Dokumentation verhandelt. ENDLICH URLAUB (2010) ist neben dem Studienkontext unabhängig produziert und funktioniert auf ähnliche Weise: Der Körper wird seine eigene Realität, über Inszenierungslogiken hinweg. Was in beiden kurzen Filmen gezeigt wird, entwirft stets auch eine soziale Konstellation. Wie man intim miteinander umgeht und mit sich selbst, das eröffnet beim Zusehen einen Denkraum. INTERIM (2011) verdichtet kurz darauf Motive früherer Kurzspielfilme zum klaustrophobischen Portrait einer jungen Frau, die vielleicht eine Nymphomanin ist. Hier dominieren strenge, psychologisch aufgeladene Bildkompositionen, Eindrücke von Isolation und Voyeurismus, Tristesse und Obsession. Der Körper und dessen Geschlecht werden zum Fixpunkt des Blicks und in Großaufnahmen zu Landschaft einer analytischen Verhandlung. In der inszenierten Nüchternheit und klaren Rahmung vermittelt sich kein distanziertes Betrachten, sondern eine entlarvende Schärfe, Aufrichtigkeit und Angstfreiheit des Sehens. In der Arbeit mit jugendlichen Laiendarstellern findet Jan Soldat bei CRAZY DENNIS TIGER (2012) und DANN IST ES HALT SO (2013) eine zusätzliche Facette des Fiktionalen und inszeniert aufmerksame, zärtlich-freundschaftliche Beobachtungen, die gleichermaßen als Milieustudien und Coming of Age Geschichten funktionieren. CRAZY DENNIS TIGER, eine Koproduktion mit dem rbb, ist dabei die narrativste und konventionellste Arbeit bisher, entwickelt die klare Geschichte eines Jugendlichen, der sich für seinen Bruder stark machen will und dem Vertrauten gegenüber quer stellt.

Nach dem ersten ausformulierten Dokumentarfilm GELIEBT (2010), der mit kleinem Team an der Filmhochschule entsteht, findet Jan Soldat mit ZUCHT UND ORDNUNG (2012) zu einer Praxis der Begegnung ohne Filmteam, lässt sich mit der Kamera auf Menschenbilder und Situationen ein. Die freie Arbeitsweise von ZUCHT UND ORDNUNG, ohne Förderung und institutionellen Rahmen, manifestiert sich zu dieser Zeit als Praxis, die den Filmemacher bis heute begleitet und sein Wirken unterstreicht. „Jan Soldat zeigt“, das vermittelt auch eine Produktionsrealität in Deutschland, wo es mutige Stoffe schwer haben, insbesondere ohne Drehbuch. Das Ergebnis der ersten beiden kurzen Dokumentarfilme sind Protokolle des sich Kennenlernens und sich Vertrauens, des Zeigens und des sich Zeigens. Filme, die einer Logik des Konsenses folgen und auf der Basis von Einverständnis und gegenseitiger Neugierde unmittelbar an Menschen herantreten. Unmittelbar, weil klar ist, dass hier die Beziehung zum Filmemacher eine Notwendigkeit darstellt. Neben direkten Gesprächen unterstreichen Blicke und Gesten, dass hier bei allen Beteiligten ein Bewusstsein über das filmische Arrangement besteht. GELIEBT portraitiert Jens und Pascal, die gemeinsam mit ihren zwei Hunden leben und mit diesen eine tiefe, auch körperliche, Beziehung pflegen. ZUCHT UND ORDNUNG zeigt Manfred und Jürgen bei BDSM-Spielen in ihrer Wohnung.

Bereits die Filme, die an der Hochschule und begleitend zum Studium entstehen, erfahren deutliche Resonanz. GELIEBT ist 2010 bei den Berlinale Shorts zu sehen. ENDLICH URLAUB wird im gleichen Jahr beim Berliner Pornfilmfest mit dem Hauptpreis für den besten Kurzfilm ausgezeichnet. 2012 wird ZUCHT UND ORDNUNG ins Berlinale Panorama eingeladen, während Generation 14plus CRAZY DENNIS TIGER vorstellt. Auch in Oberhausen wird ZUCHT UND ORDNUNG als Teil des deutschen Wettbewerbs präsentiert. Der Film wird daraufhin zu über 100 Festivals eingeladen. Ein Jahr, das besondere Aufmerksamkeit generiert und den Filmemacher mit 26 international sichtbar macht.

Es folgen weitere dokumentarische Betrachtungen. WIELANDSTRASSE 20, 3. OG LINKS (2012) zeigt Jörg und Karsten beim Sex und schließt mit stillen Aufnahmen ihrer Wohnung. EIN WOCHENENDE IN DEUTSCHLAND (2013) kehrt zu Manfred und Jürgen zurück, die sich übers Wochenende einen Spielgefährten eingeladen haben. BEZIEHUNGSWEISE (2013) erscheint als Panorama von Jan Soldats ersten Dokumentarfilmen, in dem er Menschen aus vorherigen Filmen für einige Momente nochmals miteinander ins Bild setzt. Ein Blick in vertraute Gesichter und einige neue, bunt durchmischt in ihren Geschichten und Generationen, allesamt verbunden zur Empfindung einer fragmentierten Realität, die sich irgendwo entlang der deutschen Gesellschaft abspielt – an einem beliebigen Wochenende, in beliebigen Wohnungen. Zur Verbindungslinie wird Jan Soldat selbst, der jedoch voreilige Schlüsse auf die Gemeinsamkeiten seiner Filme und die Philosophien seiner Protagonisten ausdauernd von der Hand weist. Was separat ist, darf separat bleiben. Und steht doch innerhalb einer Filmographie nebeneinander, in Beziehung zueinander.

DER UNFERTIGE (2013) wird beim Filmfestival in Rom als bester Kurzfilm ausgezeichnet. Das verändert die Wahrnehmung von Jan Soldats Arbeiten in Deutschland und international, etwa durch die Nominierung für den Preis der deutschen Filmkritik im gleichen Jahr. Die Annäherung an seine Filme wird genauer. Es wird klarer, dass voreilige Schlüsse auf Provokation, Spektakel oder Außenseitertum hier falsche Fährten sind. Stattdessen sind insbesondere seine Dokumentarfilme sorgsame Gewichtungen von Mittel und Zweck zur Auslotung eines angemessenen Gestus des Zeigens. DER UNFERTIGE beginnt nur mit Blicken. Während er in Sklavenmontur auf seinem Bett sitzt, stellt sich der Protagonist des Films vor, als „Odenwald-Gay… oder Gollum… oder Klaus! 60 Jahre alt… schwul… Sklave!“ Es folgt Jan Soldats bis dahin längster Film, der sich Zeit nimmt, hinter diese Kategorien zu blicken, hinter ein Körperbild, hinter ein Selbstbild und seine Inszenierungsweisen. Schon der erste stille Moment des Films erinnert an eine Pause zwischen zwei Sätzen. Diese Struktur durchdringt bereits einige von Soldats vorherigen Dokumentarfilmen: wartend, überlegt, sich orientierend, unvollendet. Stets scheinen in seinen Realitätsausschnitten Potenziale zu liegen für erst noch aufkeimende Gesten, Empfindungen und Gedanken. Welche Position das Gesagte in einem Ganzen besitzt und was ein Ganzes sein könnte, das bleibt trotz geschlossener Bildkadrierungen offen, eben „unfertig“. Wie auch in seinen früheren Arbeiten, erleben wir hier die dokumentarische Inszenierung einer Begegnung, die stets auch eine authentische Begegnung in der Inszenierung veranschaulicht, bebildert – zeigt.

Nach seinem Erfolg in Rom ist Jan Soldat 2014 teil der internationalen Jury der Generation 14plus Sektion der Berlinale. Das Berliner Pornfilmfestival widmet seinen Portraitfilmen ein Fokusprogramm. Seine Arbeiten sind mittlerweile gleichermaßen bei thematisch fokussierten Festivals und bei zentralen Knotenpunkten der internationalen Festivalbranche vertreten. Jüngste Stationen waren die Viennale 2014 (HOTEL STRAUSSBERG), Rotterdam 2015 (DIE SECHSTE JAHRESZEIT / DER BESUCH), das Berlinale Panorama 2015 (HAFTANLAGE 4614) sowie 2016 erneut der deutsche Wettbewerb von Oberhausen (COMING OF AGE).

Zuletzt ist der Regisseur mit zwei Zyklen von Filmen zu sehen. Der Schauplatz ist zunächst eine BDSM Haftanstalt unweit von Berlin. Dort können sich männliche Kunden für eine Zeit einweisen und von strengen Wärtern als Häftlinge behandeln lassen. Die genaue Erkundung der Räume und wechselnder Insassen führt zu den drei mittellangen Filmen HOTEL STRAUSSBERG (2014), HAFTANLAGE 4614 (2015) und DIE SECHSTE JAHRESZEIT (2015) sowie zu der kurzen Episode DER BESUCH (2015). Arwed und Dennis sind ein Paar, das gemeinsam die Anlage betreibt, und ziehen sich als roter Faden durch die Geschichten. Auch ihre Geschichte wird so letztlich in den diversen Begegnungen miterzählt und es entblößt sich ein Mikrokosmos und dessen innere Logik, nach und nach, bis hin zu seiner Konzeption und seinem Ursprung. COMING OF AGE und HAPPY HAPPY BABY (beide 2016) widmen sich anschließend dem Phänomen von Adult Babys und zeigen Erwachsene, die ihre Sehnsucht nach unverstellter Nähe und Zuflucht ausleben. Schnell wird bei ihren Spielen klar, dass Sex hier zunehmend unwichtig wird, und so mündet eine Reise der Erkundung und des Zeigens von Körperlichkeit vorerst in einer Rückbesinnung auf Kindlichkeit, bis hin zur Asexualität. Zum Schluss sind zwei Protagonisten miteinander zusammen im Park, irgendwo in Berlin. Ein Fotoausflug, man posiert füreinander:

„Hast du Bilder gemacht?“
„Jo, willst sehn?“

„Flesh and Bones to Daydreams“
from Olaf Möller (filmcritic) on the films of Jan Soldat, May 2015

Some two winters ago, Jan Soldat and I met for the first time outside a festival (which is to say: unstressed and not surrounded by the usual dozen or so nice people one may not necessarily need at exactly that point in time – the inconveniences and perils of that particular context…). We sat down in a nondescript café where two jeans-and-hoody-guys don’t look out of place, ordered something to drink, and chatted – about swinger club experiences, porn (Soldat had worked on a few productions), and the recent criminalization of zoophile sex in the FRG… At the latest then, some heads turned, for folks do listen in at café, as we all know.

Jan Soldat looks pretty good in a casual, easy-going-shy way––endearing, even seductive while never overbearing or intimidating. That’s one reason why he can make films like Geschwisterliebe (2007), Geliebt (2009), rein/raus, Endlich Urlaub (both 2010), Interim (2011), Zucht und Ordnung (2012), or Der Unfertige (2013). Another one is his melodious voice and straight-forward, polite while uninhibited manner of talking––no beating around the bush but also no prejudices, no cliché-based assumptions, no stupid cavalier jokes. Soldat doesn’t assume that he knows what zoophiles, golden shower-connoisseurs, sadomasochistic senior citizens, men who live as slaves, people who desire to be treated like convicts or love playing guards want and think. But he wants to know.

And, no, although most of his recent films portray gay men, Soldat himself is straight. Which should hint at something else: that he’s after more than the sex; recently eg. he also edited a film, Marie Wilke’s Staatsdiener (2014), which looks at the training awaiting cadets at a police academy, the way women and men get prepared to keep peace and enforce justice in the FRG. Soldat is interested in the way human relationships reflect society, and vice versa; it’s just that with sex, things get basic, to the core. And in a society as patriarchal as the FRG still is, looking at male behaviour, male rites, male bonding probably says a lot about the way our society as well as those quite like it function. Soldat’s man incorporate the FRG-way.
Arwed & Dennis, the lovely couple at the heart of Soldat’s most recent work, the tetralogy Hotel Straussberg & Haftanlage 4614 & Die sechste Jahreszeit & Der Besuch (all 2014), remembered how they met him for the first time. They had made contact via internet, exchanged e-mails; some background checks via google showed that Jan at least didn’t have a reputation as a sensation-hungry smut paddler. Finally, they arranged for an afternoon coffee with cake––cosy and a bit formal. Arwed & Dennis were still a bit worried––FRG-TV is full of “reportage” shorts about sexual behaviour deemed kinky or plainly deviant; and their facility is, well, unusual. But they soon trusted Jan: for his no-nonsense no-bullshit attitude as well as his unhurried warmth. So all three decided to give it a try, let him enter their realm, if the other players agreed; which they did, albeit sometimes conditionally––one of them eg. asked that a certain film won’t get shown in his home country, to which Soldat agreed.

Cinema, for Soldat, is a chance to meet people. Sometimes again, as witnessed by a relatively little-known gem, Fragmente der Einsamkeit (2012): Soldat made this genre-wise utterly unclassifiable to get back into contact with an old friend from back home who was sentenced to 18 months of prison (for a crime whose nature is of no relevance for the film). Johannes Müller is his name. Soldat had already done a film with him, zwischen König und Bettler (2008), in which Müller talks ao. things about his will to show himself, explain himself, as he doesn’t know who he is but wants to; the credits describe the endeavour as a ’short portrait of relüme by Jan Soldat & Johannes Müller’––relüme being a warped anagram of Müller suggesting that the artist who talked all the time, the protagonist who introduced himself as Johannes Müller, is not merely a pseudonymous, but a heteronymous character. Mind the motto of Fragmente der Einsamkeit: All documentary parts of this film are fiction. All fiction is real; which paraphrases the motto of Romuald Karmakar’s Super-8-début feature Eine Freundschaft in Deutschland, made in 1984/85, around the time Soldat was born in Karl-Marx-Stadt (GDR). Doesn’t matter, maybe, whether the story of Soldat & Müller really happened like this: for the sense of desolation and destitution, forlorn- and loneliness in each and every image are very real. One might evoke here Mishima Yukio’s Kamen no kokuhaku: Confessions of a Mask (1949)…

Soldat did actually make all-out fiction shorts––Geschwisterliebe and Interim were already mentioned––but those few are overshadowed by his non-fiction films. Which is a bit unjust: Interim eg. captures a sense of fleetingness, the fundamentally unstable nature of all human relationships, the poetry of the flesh at its rawest and most disquieting; besides, it’s one of his rare works centred on a female character. Interim is certainly as edgy, unflinching and even as graphic as eg. Geliebt, rein/raus or Endlich Urlaub; and it was probably more difficult to get the actors to play masturbation or fucking in a naturalistic key. Or was it?

Direction-wise, there’s little difference between the genres and registers: Soldat tends to shoot from a tripod or at least to keep the camera very still; prefers to pack as much into one on-going take as possible; respects the unity of time and space. He abhorres artfully constructed images––the lone exception is a penchant for shooting through eg. a door ajar, or whatever puts a second frame inside the image. Whenever possible, he keeps the image flat and confrontational––it’s him and the one opposite, face to face, eye to eye. Finally, there’s a distinct preference for colloquial speech, which is especially noticeable in his fiction works––there are not that many films made in FRG that sport unforced street talk with a lot of local colour that sounds true; Soldat has a good ear for that, and a fine sense for what language does with actors, be they professionals or amateurs. And there are always exceptions to these basics––Soldat eg. never before and never again edited the way he did in rein/raus where he turns some casual sex on a sofa through terse and taut cutting into a fuck-frenzy, followed by a long, uninterrupted look at his exhausted protagonists.

To a high degree, Jan Soldat’s cinema lives on the fact that people want to be seen and heard: communicate; the will and desire to show something that’s dear while hidden plays a good part in that, no matter whether done for the purely sexual pleasure one derives from that or for reasons deemed professional. A maybe even bigger part, especially in the non-fiction works (but not only there), plays a need and will to be appreciated by society; and in some cases, maybe also to be understood––some of Soldat’s protagonists try to explain their live-style, remember past incidents and accidents, bliss and injuries, analyse it all the way they find fit. Yet the bottom line remains: Nobody needs to justify him- or herself here, anything goes (within legal limits). Soldat himself certainly is no stranger to that: He’s the lone character of yet another study in desperation and solitude, a very early short called GLV 162210 (2006) that ends with him taking a pencil and poking out one of his eyes––did it see evil, or was it just to feel something real, to hit himself as well as the viewer where it truly hurts in a film?

One can divide Soldat’s vast œuvre in roughly two parts: Chemnitzer Filmwerkstatt and Hochschule für Film und Fernsehen “Konrad Wolf ”, Potsdam. Soldat originally didn’t want to study film properly––he was quite happy doing his thing back home, for himself and his friends. But one day, the state came knocking, doesn’t matter why, nothing bad, just inconvenient, a hassle really. The important thing here is: that in 2008 Soldat enrolled at the “Konrad Wolf”. What didn’t change was his prodigious output: Soldat makes as many films per annum as he can––he actually gets restless whenever he doesn’t work; and considering that he’s doing his films for almost nothing, and usually doesn’t bother to ask for subsidies (takes too long), he can keep ‚em comin‘. What has changed is the focus of his work: Back home in Chemnitz, he talked about teenage angst, or simply goofed around, had fun with poking fun at genre tropes and other stupidities (eg. Kommissar Kresch und das zerplatzte Zirkuspferd, 2007); in Potsdam, Soldat started to focus on sex––the Chemnitzer Filmwerkstatt would probably have not been too amused if he’d done films with their resources like Geliebt (a triangle consisting of a gay couple and a dog) or Endlich Urlaub (men alone enjoying themselves in any which way); Then again: Geschwisterliebe already suggests Soldat’s fascination for sex as a catalyst, even if here it’s done in a rather Jörg Buttgereit’ian key, with eating the beloved one’s vomit and licking the gashing wound across her throat.

Sex, for Soldat, is something like theatre in which we’re actors and playwrites at the same time. In English, to perform is used to describe what actors as well as lovers do. Filming his extroverts of passion often results in films that feel like a piece––Geliebt is maybe a kammerspiel, Der Unfertige has the flow of a monologue, Zucht und Ordnung (2012) sports the charms of a good comedy, while Haftanlage 4614 is best enjoyed as a playful version of the Living Theater-classic The Brig (1963) But Soldat also wants to know things, refuses to remain a mere viewer, voyeur, and therefore asks his players to talk about themselves, put flesh and bone to the daydreams they’re living right at that moment. Normally, he wants to know some biographical details, to put things into perspective. In all that, one usually doesn’t see Soldat, only hears his wonderful voice that carries so much curiosity and solidarity. He’s one of them and with them. Always.